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2003 - privat
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Privat

2003

Zwischen VIERZEHN und SIEBZEHN

Ein schönes Alter, das mit Vierzehn beginnt. Man wird künftig größer, stärker, schöner.

Da richtet sich der Blick nach Draußen, man fragt sich, was die Anderen machen, die schon fortgehen dürfen.

Ist ein Scheißalter, man ist für alles zu klein, mit Sechzehn ist es besser. Mit Vierzehn heißt es, man ist lieb und klein, mit Sechzehn sagen die Leute: Ah, wie ist die schon erwachsen!

Das schwerste Alter, weil man nicht weiß, wohin man gehört. Man muss anfangen, zu überlegen wie man sich in die Gesellschaft einordnen kann.

Da ist man voller Energie und das ist toll.

Man muss in so einem Alter alles ausprobieren, wozu man Lust hat.

Es gibt Phasen, in denen ich nicht älter werden will, und nicht später arbeiten gehen will, ich will dann eigentlich gar nichts machen.

Am liebsten möchte ich schon Achtzehn sein, da kann ich dann machen, was ich will. Niemand soll mir dann mehr sagen, was ich tun soll.

Jung ist man zwischen Zehn und Dreizehn bis Vierzehn, mittelalt zwischen Fünfzehn und Fünfundzwanzig, älter ab Fünfundzwanzig, ganz alt ab Siebzig, Sechzig ist so dazwischen.

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Ohne MUSIK kann ich mir kein Leben vorstellen.

Musik erinnert mich an erlebte Situationen, deshalb mag ich den Text verstehen, man teilt dann die Einstellung mit dem Künstler.

Musik sagt aus, zu welcher Gruppe man gehört.

Hauptsache, es pumpert g'scheit.

Ich mag eigentlich alle Arten von Musik, vielleicht nicht so gern klassische Musik oder Jazz, aber ich mag auch Schmusemusik, wenn die Situation es grad verlangt.

Erwachsene haben nicht mehr so viel Zeit zum Musik hören.

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Meine FAMILIE ist mir auch am wichtigsten.

Man hat so viel im Kopf, Schule, Freunde, Spaß haben und alles unter einen Hut zu bringen ist schwer, da braucht man dann doch die Eltern.

Ich denke nicht über mein jetziges Alter nach sondern darüber, wann ich älter bin, dann kann mir die Mama nichts mehr verbieten.

Wenn ich überlege, wie ich voriges Jahr mit Vierzehn war, so naiv und dumm, dann denke ich dass meine Eltern schon Recht hatten, vieles zu verbieten. Verbote sind ja auch Schutz für mich.

Ja, schon, ich fühle mich als Jugendliche. Aber ich fühle mich in meinem Kinderzimmer daheim wohl.

Ich streite viel mit meiner Mutter, weil ich mich eingeengt fühle.

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FREUNDE denken ähnlich wie ich.

Man redet mit Freunden über Sachen über die man nachdenkt, bevor man einschläft.

Freunde sind die, denen ich vertrauen kann.

Meine Freunde brauche ich, damit es mir besser geht. Man fühlt sich nicht einsam, wenn man Freunde hat.

Wir schauen gern zusammen Fotos an, als die Eltern noch jünger waren, das ist lustig.

Ich mag nicht, wenn mir meine Freundinnen nicht alles erzählen.

Freundschaften gehen kaputt, wenn man dem Andern die Freundin ausspannt.

Konflikte sollen ausgeredet, nicht ausgeschlagen werden.

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Die LIEBE wird schon kommen.

Es gibt nette und unausstehliche Burschen.

So richtig verliebt bin ich nicht, ich glaube, dass die große Liebe erst mit Achtzehn oder Neunzehn kommt.

Ich will schon einen Freund, aber die Burschen, die ich kenne, sind noch nicht reif und einen Älteren will ich nicht.

Mein Freund muss gut ausschauen, nicht zu alt sein, lieb sein, keine Drogen nehmen, nicht cool sein oder so.

Manche Frauen sehen viel jünger aus. Als ich hörte, sie sei Sechsundzwanzig, bin ich erschrocken und gleich geschrumpft.

Es gehört dazu, sich mit Sex zu beschäftigen, es bewegt mich, auszuprobieren, herauszufinden, es ist praktisch mit Jedem ähnlich.

Just for fun ist nix, ich will eine richtige Freundin. Bei einer Freundin kriegt man auch Zärtlichkeit.

Man lernt sich durch Andere kennen und redet und merkt, ob was geht.

Zum Glück hab ich jetzt keinen Freund, weil ich von den Burschen genug hab, weil sie dumm sind und nix im Kopf haben. Ich lasse mir keine Probleme von den Burschen machen.

Nein, mein Hobby will ich nicht zum BERUF machen.

Ich denke darüber nach, was ich beruflich machen will, aber es ändert sich ständig und ich kann mir nicht vorstellen, wie ich eine Entscheidung für welchen Beruf treffen soll. Da bringt auch die Berufsorientierung nicht viel.

Wie kann ich mein ganzes Leben voraus planen? Ich weiß ja nicht, ob ich einen bestimmten Beruf mit Vierzig immer noch machen will.

Ich will richtig leben, das heisst etwas erreichen können, aber nicht um den Preis von achtzehn Stunden Arbeit am Tag.

Ich möchte etwas machen, womit ich glücklich bin, sonst kann ich mit meinem Leben nicht zufrieden sein.

Ich wünsche mir einen guten Job, es wäre schön, einen höheren Posten zu bekommen.

Irgendwas wird schon daher kommen, was mir taugt.

Ich denke eigentlich kaum über die ZUKUNFT nach, ich weiß nicht, was ich wirklich will. Ich will auf jeden Fall die Schule zu Ende machen.

Ich wünsche mir eine eigene Wohnung, einen guten Job, und Familie, aber man weiß nicht, ob's passiert.

Die Zeit vergeht so schnell. Wie wird es sein, wenn ich im Berufsleben bin?

Ich möchte im Leben was erleben, kein Nullachtfünfzehn-Leben, aber ich weiß nicht, was man alles machen kann.

Ich warte auf ein Auto, eine Freundin wäre auch nicht schlecht.

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Ich will schon ERWACHSEN sein, aber man ist es nicht.

Erwachsen werden ist ein langsamer Prozeß, ich glaub', ich bin schon aus dem Gröbsten raus.

Ich habe vor dem Erwachsen sein keine Angst, man muss lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Man ist kein Kind mehr, wenn man die Verantwortung selber übernimmt, zum Beispiel alleine Lernen.

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Ich glaube, in der SCHULE ging es früher noch menschlicher zu.

Das was ich jetzt so alles tue, ist o.k., und ich fühle mich gut, nur die Schule nervt.

Es ist zwar wichtig, dass man was lernt, aber ich tue es nicht gern.

Viele Lehrer sind so streng und überheblich, das mag ich nicht.

Vielleicht hat man ohne schulische Ausbildung später weniger Spaß.

Ich finde gut, wenn mir Menschen EHRLICH die Meinung sagen, auch wenn es eine schlechte Meinung ist, dann weiß ich, woran ich bin.

Ich mag nicht belogen werden.

Es verletzt mich, wenn ich heraus finde, dass hinterrücks über mich gesprochen wird.

Was ich hasse ist Krieg, egal unter Freunden, in der Familie oder unter Staaten. Man muss Andersartigen gegenüber tolerant sein.

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Mit POLITIK kenn' ich mich nicht aus, ich brauch' sie nicht.

POLITIK ist für mich nicht wirklich wichtig. Später, wenn ich wählen darf, dann werde ich mich vielleicht mehr dafür interessieren.

Ich merk' halt nicht, dass es mich betrifft.

Ich bin froh, dass ich in Österreich lebe und nicht woanders, wo es Krieg gibt oder Armut.

Dass es in Österreich so ist, hängt mit Politik und Religion zusammen, aber Religion sollte nichts mit Politik zu tun haben.

Ich möchte irgendwas bewirken, nur was, weiß ich jetzt noch nicht.

Ohne Politik wäre wahrscheinlich ein riesiges Chaos.

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Ich möchte nur SPASS HABEN und genießen, später kann man nachdenken, man ist ja nur 1 x jung.

Bei Partys fließt viel Alkohol, sofern man Geld hat. Kampftrinken ist Spaß.

Geld ist wichtig, um sich Wünsche zu erfüllen, zum Beispiel neue Städte kennen lernen.

Ich laufe gern barfuß, da kann ich mich auf den Boden konzentrieren, ich spüre zum Beispiel verschiedene Formen von Asphalt, Wiese undsoweiter.

Ich möchte gern lange Fortgehen dürfen. Was daran toll ist? Na, dass man den Anderen sagen kann, dass man so lange fort war.

Fortgehen heißt: Gaudi, Tanzen, in die Bar gehen, aber immer ist es nicht lustig, und wenn mir was nicht taugt, dann fahre ich heim und schaue Fernsehen.

Fortgehen ist netter, wenn Mädchen dabei sind.

Ich lese manchmal Bücher über Expeditionen. Ein Buch ist wie ein Film, aber im Internet muss man aktiv sein und dauernd entscheiden. Internet ist cool und einfach.

Mein Handy gibt mir das Gefühl, für jemand anderen wichtig zu sein, gebraucht zu werden.

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Zusammengestellt hat die Zitate: Professor Dr. Ursula Maria Richter

Und so erinnert sich die Autorin an das eigene "schöne, Scheiß- und schwerste Alter":
Mit Vierzehn war sie schon vier Jahre im Internat, mit Fünfzehn träumte sie von Unabhängigkeit und von der großen weiten Welt und einem Märchenprinzen, der sie dorthin begleitet, auch von Familie und Beruf.
Mit Sechzehn flüchtete sie heimlich aus dem Internat und fuhr mit der Eisenbahn und dem Schiff nach England. Unabhängig wurde sie durch Schule, Geld, Karriere. Der Märchenprinz begegnete ihr viel später, als sie fast dabei war, sich im unbewegten Familienleben einzuigeln. Dann führte ihr Beruf sie in vieler Herren Länder in West und Ost. Den Märchenprinzen hatte sie immer dabei. Sie führten ein richtiges Leben, märchenhaft war's gelegentlich, wie es eben so ist in der Wirklichkeit.
Jetzt ist sie sesshaft geworden, schreibt Bücher und manchmal auch einfach nur Texte.

  Die Autorin mit 14 Jahren





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